Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind in seiner Sprache zu fördern!

Die Idee, dass Sprachförderung ein Anliegen einer ganzen Gemeinde werden könnte, hat sich aus zwei Umständen heraus entwickelt. 2007 bekam ich einen Auftrag der Freiheitlichen Partei Vorarlbergs (LR Dieter Egger und LAbg. Silvia Benzer) ein Gesamtkonzept für frühe Sprachförderung im Vorschulalter zu erstellen. ("Sprache als Schlüssel zur Integration", A. Holzknecht, 2007). Im Rahmen dieses Auftrages wurden zirka 300 Stunden zur Recherche aufgewendet, um zu schauen, wo es tolle Sprachförderkonzepte in der Umsetzung gab und wie deren Wirkung war. Dabei stellte sich heraus, dass praktisch alle Modelle in Großstädten über 100.000 EW zu finden waren. Finanziell gut dotiert und von Profi-Betrieben abgesichert. Besonders auffallend war, dass es bis dahin ganz wenig gut dokumentierte Sprachfördermodelle gab. Eine rühmliche Ausnahme war die Stadt Recklinghausen im nördlichen Ruhrgebiet. Ulrich Braun und Julia Overmann entwickelten schon im Jahre 2000 ein abgesichertes und sehr breit aufgestelltes Modell, welches sich auf 6 Bausteine bezog. (siehe im Detail).

So machten wir die Not zur Tugend und schauten, was ein Dorf besser kann als eine Stadt - vor allem, wenn es keine Profi-Betriebe gibt und wenn dafür auch nur beschränkte Geldmittel verfügbar sind. Und wir lernten von den tollen Aufzeichnungen aus Recklinghausen.

(BU: Arbeitsgruppe "Sprache im öffentlichen Raum", Marktgemeinde Wolfurt, 2012)

 

So wird die Gemeinde zum Bildungsraum. Die Bushaltestelle gleich wichtig wie das Klassenzimmer.

Sprache wird öffentlich sichtbar gemacht und der bewusste Umgang mit Sprache wird vom Spezialistenthema zum Breitenthema.

Die Kommune  (lateinisch "communis" ‚allgemein‘, ‚gemeinschaftlich‘), übernimmt Verantwortung für das einzelne Kind und deren Familie mit der Absicht, Chancengerechtigkeit zu unterstützen.