Gemeindeentwicklungsprojekt Wolfurt - weitreichend und umfassen

Vzbgm. Angelika Moosbrugger kommt gut vorbereitet zur ersten Arbeitsgruppensitzung - alle politischen Fraktionen sind in diesen Entwicklungsprozess eingeladen und arbeiten gerne mit.

Die Marktgemeinde Wolfurt (knapp über 8.800 EW) gilt als sehr engagierte Gemeinde mit einem ausgesprochen starken Engagement für Nachhaltigkeit und "Enkeltauglichkeit" - in Wolfurt keine Schlagwörter für Sonntagsreden. So ist Wolfurt im Energiebereich, im Mobilitätsbereich, in der Dorfentwicklung, im nachhaltig Wirtschaften absolut vorbildlich. Besonders auffallend ist das Klima des sozialen Zusammenhaltes. Aus dieser Haltung heraus kam Vzbgm. Angelika Moosbrugger auf mich zu und wollte einen Entwicklungsprozess, welcher der Marktgemeinde Wolfurt eine gute Grundlage für ein nachhaltiges Agieren in die Zukunft im Bereich vorschulische Bildung und Familienunterstützung bieten soll. Bisher kam es ihr vor, dass sie vor allem am Reagieren war.... da geht es manchen Gemeinden genau so.

Genauere Beschreibung des Projektes hier nachzulesen: LINK

Beispielhafte Gemeindeentwicklungsprojekte

Gemeindeentwicklungsprojekte haben immer auch mit einem breiten Blick "fürs Ganze" zu tun. Es geht um soziale Lebens- und Beziehungsräume. Und da spielen immer viele verschiedene Bereiche eine Rolle, somit auch verschiedene Verantwortungsbereiche und verschiedene Denkstrukturen. Sogenannte Querschnittsmaterien stellen uns vor verschiedene Fragen - Verschiedenheit zu kultivieren ist die Antwort.

Gemeindeentwicklung berührt - Bildungspolitik, Sozialraumpolitik, Familienpolitik, Wohnraumpolitik, Wirtschaftspolitik, usw. ... Alles auf einmal geht nicht - isoliert zu handeln aber noch viel weniger. Deshalb ist es wichtig, bei der Aufgabenstellung genau hinzuschauen, was erreicht oder verbessert werden will. Es ist gut möglich, einen kleinen bewussten Zwischenschritt zu setzen, damit sich später etwas Größeres auch verändern, verbessern lässt. Diese mittelfristige Entwicklung gilt es dann zu beobachten.

Hier einige exemplarische Beispiele für unterschiedlich intensive Gemeindeentwicklungsprojekte.

Die Netzwerkgemeinden im Bereich der Förderung von Sprache (Nenzing und "Netzwerk mehr Sprache - Gemeinden") werden unter diesem Punkt separat behandelt.

Gemeindeentwicklungsprojekt in der Gemeinde Bludesch

Bludesch ist eine kleine Gemeinde mit etwa 2.200 EW im Walgau in Vorarlberg. Bürgermeister Michael Tinkhauser hat - auch als gelernter Sozialarbeiter - ein besonderes Augenmerk auf die Anliegen der Kinder und der Familien. Dieses Anliegen zu stärken war seine Absicht. Und dazu wollte er alle pädagogischen Einrichtungen einladen, diese Absicht mitzutragen. So legten wir eine mehrjährige Marschroute fest, die mit einem Netzwerkprozess der Kinder- und Schuleinrichtungen begann. Öffentlichkeitsarbeit wurde betrieben, Referate organisiert und in weiterer Folge erwuchs aus diesem Prozess ein ganzer Leitbildprozess "für eine Kultur des Miteinanders". Parallel dazu wurde ein Spiel- und Freiraumkonzept erarbeitet, eine Vereinbarung zur "familiengerechten Gemeinde" getroffen und das Qualitätslabel der "Familieplus Gemeinde" erarbeitet.

Gründung einer neuen Schülertagesbetreuung

Mit über 22.000 EW ist Lustenau die größte Marktgemeinde Österreich. Im Jahre 2002/03 ging der damalig neue und junge und ambitionierte Gemeinderat, Dr. Kurt Fischer, ein Projekt zur Verbesserung der Betreuungs- und Unterstützungssituation für Schulkinder an. Inzwischen ist Kurt Fischer Bürgermeister der Marktgemeinde Lustenau. Seine Ambitionen in Sachen Chancengerechtigkeit, Bildungsfairness und sozial gute Lebensqualität sind inzwischen weit über die Landesgrenzen bekannt geworden.

Im ersten Schritt wurde eine Bedarfsanalyse gemacht in der zum einen die relevanten Daten in der Gemeinde erhoben wurden und zum anderen alle Schulen, Kinder und Jugendeinrichtungen um ihre Sichtweise befragt wurden. Herausgekommen ist ein Mix an Maßnahmen. Die Gründung einer "Schüli"  als ganzjährige schulexterne Tagesbetreuung mit sehr guten Rahmenbedingungen und einem hohen Qualitätsanspruch wurde beschlossen. Zehn Jahre später zeigt sich, dass die damalige Arbeit wirklich gut war. Das Konzept hat gehalten, was es versprochen hat, die Zufriedenheit der Kinder und der Eltern ist so groß, dass im Schuljahr 2013/14 ein zweiter "Schüli-Standort" eröffnet wurde.

Stadtgemeinde Knittelfeld - Grundlagenentwicklung Vernetzung und Sprache

Das Land Steiermark hat statt einem Integrationsleitbild eine "Charta des Zusammenlebens" erarbeitet und als politische Grundlage beschlossen. Die meisten dort beschriebenen Umsetzungsmaßnahmen sind sinnigerweise auf der kommunalen Ebene angesiedelt. Die Stadtgemeinde Knittelfeld (knapp über 11.000 EW) hat mit Unterstützung der Integrationsabteilung des Landes Steiermark einen Entwicklungsprozess zu den beiden Themen Vernetzung und Sprache beauftragt.

Im Laufe von einem Jahr wurden folgende Themen/Maßnahmen behandelt und vorbereitet:

  • Einführung eines eigenen Elternratgebers zum Thema Förderung von Spracheentwicklung - mit dem Titel "Sprich mit mir und hör mir zu" (Entwickelt von "okay.zusammen leben", Vorarlberg). Dieser Ratgeber ist in vier Sprachen aufgelegt worden (deutsch, rumänisch, kroatisch, albanisch) und wird qualitativ verteilt und als Beratungsinstrument eingesetzt.
  • alle vorschulischen Einrichtungen wurden im Thema Sprache geschult und miteinander über ergänzende Maßnahmen vernetzt
  • alle vorschulischen Einrichtungen wurden intensiv mit den Themen "Sprachförderung und Sprachentwicklung" und "Elternkooperation" geschult und haben ergänzende Maßnahmen entwickelt.
  • alle pädagogischen Einrichtungen (vorschulische und Volksschulen) wurden miteinander vernetzt und die Übergänge in Sachen Sprache fachlich besprochen.

KinderCampus Höchst

Der KinderCampus ist ein bunter, lebendiger, offener und einladender Lern- und Begegnungsraum für Kinder zwischen 0 und 6 Jahren und deren Eltern.

Mit dem Ziel, Familien in ihrem Alltag zu unterstützen, wird versucht möglichst viele Angebote für Kinder unter einem Dach zu vereinen. Mit dem KinderCampus wird auch ein sozialer Raum in Höchst geschaffen werden, wo alltägliche Begegnungen stattfinden können.

Kinderhaus – Kinderbetreuung von 1 bis 6 Jahren

Im KinderCampus beherbergt ist eine von der Gemeinde Höchst betriebene öffentliche Kinderbetreuungseinrichtung, das Kinderhaus. Hier ist die Betreuung von Kindern im Alter von 1 bis 6 Jahren möglich.

ProjektWerkstatt – Sprache als Schlüsselkompetenz für unsere Kinder

Die ProjektWerkstatt im KinderCampus schafft einen Bildungsort für Eltern und deren Kinder mit den Schwerpunkten Sprachfrühförderung, Mehrsprachigkeit und familiäre Lese- und Spielkultur. Die Projektwerkstatt möchte dazu beitragen, dass Kinder aller sozialer Gruppen in unserem Dorf einen guten Bildungsstart und gute Bildungschancen haben können.

Sie bietet Eltern in Form von Workshops, Vorträgen und Begegnungstreffen u.v.m. die Möglichkeit, sich im Bereich Sprachförderung und Sprachentwicklung weiter zu bilden. Darüber hinaus werden für Kinder und Familien Vorleseangebote geschaffen.

Weitere Angebote im Haus:

  • Elternberatung - Connexia
  • Kinderarzt
  • aks Kinderdienste